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Der Hund

Herkunft des Hundes

Der Hund stammt, wie wahrscheinlich alle wissen, vom Wolf ab. Er wurde vor über 10'000 Jahren domestiziert, das heisst der Mensch hat in die natürliche Selektion eingegriffen um jene Charakterzüge und Eigenschaften zu fördern welche er für sinnvoll erachtet. Da sich diese ersten Wölfe, welche beim Menschen aufwuchsen mehr zum Menschenrudel zugehö-rig fühlten als zu ihren wilden Verwandten, beschützten Sie den Menschen vor wilden Tieren. Später wurden sie als Jagd-/Schutz-/Arbeits- oder Hütehunde eingesetzt. Der Hund stand also immer im Dienste der Menschen.

 

Der Hund ist ein hoch entwickeltes und soziales Säugetier. Seine „Sprache“ sehr komplex und für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb entstehen auch so viele Missverständnisse.

 

Sozialisation

Aggression beim Hund ist nicht abnormal, der Hund besitzt eine natürliche Aggression (wie der Mensch auch), und zwar Rasseunabhängig. Es kommt sehr auf dessen Sozialisation als Welpe/Junghund an, wie er mit potenziellen Gefahren/Bedrohungen umgehen wird. Wird einem jungen Hund von der 3 - 20 Lebenswoche nichts gezeigt und er darf nichts erleben und unternehmen, wird er zeitlebens ein Defizit aufweisen und auf neue Situationen möglicherweise mit Angst und/oder Aggression reagieren. Wird einem jungen Hund nie gezeigt dass ein Regenschirm keine Gefahr darstellt, kann es sein dass er später jeden Regenschrimträger als potenzielle Gefahr einstuft und entsprechend darauf reagiert. Der Mensch hat den Wolf aus der Wildnis geholt, ihn zum Hund gemacht. Der Mensch ist auch dafür verantwortlich dem Hund alles nötige beizubringen damit er sich in unserer Welt zurecht findet und sich in unsere Gesellschaft einfügen kann. Der Hund bringt alle Voraussetzungen und auch den Willen mit, sich uns anzupassen. Natürlich bleibt ein Hund trotzdem immer ein Hund und sollte vor zu viel Vermenschlichung geschützt werden.

 

Unerwünschtes Verhalten

Was ist unerwünschtes Verhalten? Ist es ein natürliches Verhalten oder ist es eine ernsthafte Verhaltensstörung? Dies muss unbedingt durch einen Hundespychologen begutachtet werden. Liegt ein unerwünschtes Verhalten vor, ist die Ursache oft beim Halter zu suchen. Ein Hund braucht Beschäftigung (wie der Mensch), er braucht eine Aufgabe. Den meisten Hunden reicht es nicht eine Stunde am Tag 7x die Woche dieselbe Spatzierrunde zu machen. Sie wollen etwas erleben und zwar mit ihrem Sozialpartner dem Menschen! Wenn sich der Hund langweilt sucht er sich Nebenbeschäftigungen wie Mauslöcher ausbuddeln, Jogger und Velofahrer jagen, sinnlos bellen, Gegenstände zerstören, stereotypen, etc. Ein glücklicher Hund muss körperlich und geistig gefordert werden. Vor allem in unserer Zeit wo die wenigsten Hunde eine natürliche Aufgabe/Arbeit haben. Natürlich braucht es da den gesunden Menschenverstand und man muss auf das Alter und die Veranlagung des Hundes eingehen. Dazu ist es oft auch sinnvoll eine gute Hundeschule zu besuchen.

 

Rücksichtnahme

Es liegt also allein beim Hundehalter, aus seinem ihm anvertrauten Welpen einen selbstsi-cheren, gehorsamen, glücklichen und gesellschaftstauglichen Hund zu formen. Trotz aller Bemühungen Seiten Hundehalter klappt nicht alles immer perfekt und schon gar nicht von Anfang an. Alle Nichthundebesitzer welche dies lesen, bitte ich um Verständnis für unseren Begleiter wenn dieser mal schnüffelnd zu ihnen gesprungen kommt und nicht, wie von Hundehalter gefordert, sofort zurück kommt. in diesem Fall den Hund nicht ansehen, nicht ansprechen und nicht berühren.

 

Hündeler, versteht auch dass es viele Menschen gibt welche Angst oder einfach kein Interesse an Hunden haben. Das Unverständnis über Hündeler welche die Hinterlassenschaften ihres Hundes liegen lassen teile ich. Wer den Haufen seines Hundes nicht einsammeln kann, der soll sich das mit der Hundehaltung nochmals überlegen!! Gegenseitige Rücksichtnahme ist hier der Schlüssel. Respekt vor den Bedürfnissen anderer. Es gibt Platz für alle (Biker, Fussgänger, Jogger, Hündeler, Reiter, etc.).

 

„Notfelle“

Natürlich gibt es auch immer mehr Hunde welche aus schlechter Haltung oder aus dem Ausland mit ungewisser Vorgeschichte in unsere Gesellschaft kommen. Hier braucht es doppelt Verständnis, Zeit und Geduld. Häufig kennen diese Hunde nicht viel und reagieren mit Angst und daraus möglicherweise auch mit Aggression auf unbekannte Situationen. Hier ist es allenfalls hilfreich wenn der Hundehalten dies offen den Passanten/Velofahrern/Hundehalter kommuniziert, wenn sich der Hund unangebracht verhält. Wenn man weiss dass ein Hund schlechte Erfahrungen mit z.B. „Stöcken/Knebel“ gemacht hat, hat man eher Verständnis dafür, dass er mich als Nordic-Walker anbellt. Vielleicht darf der Hund dann sogar Kontakt aufnehmen und darf dann merken dass nicht alle Menschen mit Stöcken böse sind.

 

Im Dienste der Menschheit

Nicht vergessen dürfen wir all die Hunde die ihren Einsatz tagtäglich im Dienste der Menschheit leisten, wie Blindenführhunde, Rettungshunde, Vermisstensuchhunde, Drogensuchhunde, Polizeihunde, Therapiehunde, Assistenzhunde, etc. Diese Hundebilder sollten in unseren Köpfen verankert sein, nicht jene die negativ auffallen.

 

Wer ist schuld?

Wieso müssen immer die Tiere für das Unvermögen des Menschen büssen? Es ist immer der Mensch der das Tier in Situationen bringt in der es überfordert ist. Wir sind für unsere Haustiere verantwortlich, dafür dass sie sich wohlfühlen, entwickeln können und sich in unserer Welt zurechtzufinden. WIR MÜSSEN diese Verantwortung übernehmen!

 

Auch der Hass den die Hunde in letzter Zeit vermehrt durch die Giftköder zu spüren bekommen. Da frag ich mich worum es wirklich geht?! Welche tiefe Unzufriedenheit müssen diese Menschen verspüren um sich besser zu fühlen wenn ein unschuldiges Tier qualvoll stirbt? Abgesehen davon werden die Köder ja nicht nur von Hunden gefressen… was ist mit all den Wildtieren welche dann qualvoll verende.

 

Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein, um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.

(Christian Morgenstern)